Wenn die Liebe nach der Geburt des gemeinsamen Kindes leidet

Die Geburt eines Babys ist der tiefste und vollkommenste Ausdruck von zwei Liebenden. Wir schweben auf Wolke sieben mit dem Neugeborenen und schätzen uns unglaublich glücklich, wenn das Baby uns anlächelt. Das erfüllende Glück von Familie breitet sich aus.

 

Die Wahrheit? Babys sind anstrengend!

 

Die Wahrheit ist, ja solche Momente gibt es, aber nein es ist bei weiten nicht der Großteil der Zeit. Eigentlich sind Babys ziemlich anstrengend. Je jünger sie sind umso häufiger und dringender die Bedürfnisse. Wir freuen uns, wenn wir es schaffen zu duschen, bevor wir erschöpft ins Bett fallen, sind aufgrund von Schlafmangel von den kleinsten Kleinigkeiten vom Partner genervt und Sex? hahaha. Eine kinderlose Freundin hat mich 3 Monate nach der Geburt mal gefragt, ob sich der Sex wieder ganz normal anfühlt, so von wegen Geburtsverletzungen oder Ähnlichem. Da können Eltern nur verzweifelt aber laut lachen und denken, „du hast ja keeeeeiiiiine Ahnung“. Bevor man selbst ein Kind hat, kann man es sich einfach überhaupt nicht vorstellen, wie es ist. Die Geburt des Kindes offenbart sich nicht als vollkommenster Liebesausdruck der Partnerschaft, sondern als echte Bewährungsprobe für den Zusammenhalt.

 

Die Partnerschaft durchgerüttelt

 

Eine gute Beziehung hält das ein paar Wochen, auch wenige Monate aus, aber es ist zehrt an deren Substanz. Je älter das Kind wird, umso wichtiger ist es die Verbindung zum Partner wieder zu nähren. Die Geburt eines Kindes durchrüttelt unseren Alltag komplett, wie eine gut sortierte Box, die einmal auf den Kopf gestellt wird, alles fliegt kreuz und quer. Unsere Gewohnheiten sind futsch. Nach dem Aufwachen kurz kuscheln, beim Frühstück gemeinsam über Nachrichten sprechen, beim Zähneputzen ein süßer Klapps auf den Po, das Verabschieden mit inniger Umarmung und Kuss. Alle klitzekleinen Angewohnheiten, futsch. Man beginnt sein Leben auf einem neuen weißen Blatt Papier.

 

Neue Angewohnheiten kommen auf und nehmen den Platz ein. Nach der Kackwindel immer erstmal eine Folge Lieblingsserie auf Netflix, nach dem Frühstück im Stehen ein Spazierengehen mit Kinderwagen, wenn das Kind schläft, schnell eine Waschmaschine anschmeißen… wir kreieren uns einen neuen Alltag. Und genau hier dürfen wir unsere Partnerschaft nicht vergessen! Wir müssen uns unserer kreativen Macht bewusst werden und anfangen unseren Alltag bewusst zu gestalten!

 

Einen Ausweg finden

 

Meine Erfahrung sagt, dass nicht die monatliche Date-Night (Babysitter organisieren und mal wieder gemeinsam Essen gehen) den größten Unterschied macht, sondern, dass es die klitzekleinen Angewohnheiten sind, die Minuten oder Sekunden im Alltag ausmachen, aber uns entweder voneinander entfernen oder die Partnerschaft immer weiter vertiefen.

 

Gelegenheiten in denen wir uns oft unsere Liebe zeigen, sind zum Beispiel, morgens beim Aufwachen, beim gemeinsamen Essen am Tisch (falls es klappt gleichzeitig zu sitzen), bei der Verabschiedung und bei der Begrüßung. Wir danken uns oft gegenseitig, wenn einer Windel wechselt, Essen macht oder die Kinder zum Spielplatz mitnimmt. Ich fühle mich dadurch immer wieder wertgeschätzt von meinem Mann und das lässt die Schmetterlinge im schwangerschaftsgedehnten Bauch wieder fliegen.

 


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